Schlagwortverzeichnis / Glossar
A
ACD (Automatic Call Distribution)
Die ACD-Anlage verbindet Anrufer in einem Call Center mit
dem nächsten freien Agenten und organisiert unter anderem die
Auslastung der einzelnen Agenten und die Länge der
Warteschleife.
Agent
Call Center Mitarbeiter
ASR (Automatic Speech Recognition)
Software, die gesprochene Sprache erkennt.
B
B-Kanal
ISDN-Kanal, der Sprache oder Daten
überträgt. Ein S0-Anschluss hat zwei, ein
S2M-Anschluss hat 30 B-Kanäle.
Backend
Oberbegriff für alles, was
„hinter“ einer Anwendung steht und das auf weitere
Quellen zugreift – also Datenbanken, Warenwirtschaftssysteme
und ähnliches.
Barge-In
Unterbrechung von Ansagen des Sprachsystems durch
Äußerungen des Nutzers.
Billing
Inrechnungstellung von Telefongesprächen.
C
Call Flow
Verlauf eines Anrufes, also Dauer, Zieltelefonnummern, Thema
und ähnliches.
CAPI
Common ISDN Application Programming Interface. Schnittstelle
zwischen PC-Software und ISDN-Karten.
Client
Wörtlich: Kunde. Soft- oder Hardware, die die
Schnittstelle zwischen dem Nutzer und einem Server bildet.
Concurrent Calls
Zahl der gleichzeitig zu verarbeitenden Gespräche.
Confidence Score
Maß dafür, wie sicher ein Spracherkenner
eine Nutzereingabe erkannt hat.
CRM (Customer Relationship Management)
Kundenpflege durch möglichst individuelle
Betreuung. Oft werden dazu technische Hilfsmittel wie Data Mining
benutzt.
CTI (Computer Telephony Integration)
Das Wesen der Computertelefonie ist die Integration der
Telefonie in das Computernetzwerk. Der Vorteil ist die
Zugänglichkeit aller übertragenen Informationen
über den PC. Das Wählen über den PC,
Pop-up´s (PC Fenster mit Detailinformationen über
den Gesprächspartner) und die Identifizierung des Anrufers
(Kunden) sind im BusinessCenter selbstverständlich.
D
Dialog Design
Die Gestaltung von Dialogen zwischen Anrufer und einem
Sprachdialogsystem. Dialog Design hat die Aufgabe, die Nutzung solcher
Systeme einfach, schnell und angenehm zu machen.
Dienst
Angerufene Telefonnummer in einem Call Center.
DTMF Dialing (Dual tone multifrequency dialing)
Auch „Touchtone“ oder
„Tastenton“-Navigation genannt. Auf dem
Tonwahlverfahren basierende frühe Form der
Telefon-Computer-Interaktion, bei der die Eingaben des Nutzers durch
Tastentöne statt durch natürlich Spracheingabe
übermittelt wurden („Wollen Sie zum Vertrieb,
drücken Sie jetzt die Eins“).
E
Earcon
An "Icon" angelehnte Wortneubildung. Kurzes akustisches
Element, das ähnlich wie ein Icon einen hohen
Wiedererkennungswert besitzt und einen prägnanten Eindruck
schaffen soll.
G
Gatekeeper
Modul, das ankommende Anrufe aus dem Netzwerk weiterleitet.
Grammatik
Hier: Ein Satz von Regeln, der angibt, welche Spracheingaben
von einem ASR System erkannt werden.
H
H.323
Von der International Telecommunications Union
eingeführter Standard für die Übertragung
von audio-visueller Kommunikation über ein IP-Netzwerk. Eine
der Grundlagen für Voice-over-IP-Telefonie. Neben SIP
gehört auch H.323 zu den Protokollen, welche unter dem
Oberbegriff Voice-over-IP zusammengefasst werden.
I
Inbound-Kampagnen
Kampagne in einem Call Center, bei welcher die Kunden eine
gemeinsame Nummer anrufen und dann vom System an den nächsten
freien Agenten vermittelt werden (Automatic Call Distribution
– ACD). Im Unterschied zu Outbound-Kampagnen wird der Anruf
hier nicht vom Call Center sondern vom Kunden initiiert.
IVR (Interactive Voice Response)
Ein IVR System dient zur automatischen Annahme und
Bearbeitung von Kunden-Anrufen ohne einen menschlichen Agenten. Hierbei
kommen Techniken wie DTMF Dialing, ASR und TTS zum Einsatz. Mit einem
IVR System kann man ein automatisches Auskunftssystem einrichten sowie
Bestellungen und Anfragen ohne Personalaufwand entgegennehmen.
L
Least Cost Router
Modul, das automatisch den günstigsten Provider
für eine gewählte Verbindung auswählt.
Legacy
(engl.: Vermächtnis; hier: Altlast). Jargon
für veraltete EDV-Systeme, die aus Gründen der
Kompatibilität weiter benutzt werden (müssen).
M
Mailboxen
Durch die Einrichtung beliebig vieler Mailboxen
können Informationen ohne direkte Kommunikation transportiert
und jederzeit abgerufen werden. Zum Beispiel können Sie
Arbeitsanweisungen über Handy aufsprechen und automatisch per
E-Mail an einen oder mehrere Empfänger versenden.
Mandantenfähigkeit
Unternehmen an einem Standort möglich, ein Business-Center zu nutzen, indem innerhalb einer physikalischen Instanz
des Business-Centers mehrere virtuelle Business-Center
definiert werden, welche voneinander getrennt administriert und
statistisch ausgewertet werden können, ohne sich gegenseitig
zu beeinflussen.
Mixed Initiative Dialog
Art der Gesprächsgestaltung, bei der sowohl
Computer als auch Nutzer den Dialog vorantreiben können. Ein
gelungener Mixed Initiative Dialog führt den Nutzer und
hält ihn beim Thema, ohne in ein starres Ja-Nein-Frage
-Antwort-Spiel zu verfallen.
MSN
Multiple Subscriber Number. Mehrere Rufnummern, die einem
ISDN-Endgerät zugeordnet werden können.
Multimedia
Informationen werden über verschiedene
Kanäle ausgegeben (zum Beispiel Ton, Text, Video).
Multimodal
Informationen werden über verschiedene
Kanäle eingegeben (zum Beispiel Sprache, Tastatur oder Maus).
N
NLU (Natural Language Understanding)
Die Fähigkeit eines Systems,
Äußerungen, die aus ganzen Sätzen bestehen,
zu verarbeiten sowie mehrere Informationen aus einem einzigen Satz zu
extrahieren.
O
Outbound-Kampagnen
Kampagne in einem Call Center, bei welcher die Kunden
entweder durch den Agenten oder automatisiert durch das System
(Predictive Dialer) angerufen werden. Im Unterschied zur
Inbound-Kampagne wird der Anruf hier nicht vom Kunden sondern vom Call
Center initiiert.
P
PBX
Private Branch Exchange (Nebenstellenanlage). Hard- oder
softwarebasierte Vermittlungsanlage zwischen öffentlichem
Telefonnetz und diversen Endgeräten wie Telefonen oder
Faxgeräten. Auch als Telefonanlage, TK-Anlage oder PABX
(private automatic branch exchange) bezeichnet.
Persona
Der virtuelle persönliche Gesamteindruck einer
Sprachanwendung, der durch Stimme, Artikulation und Wortwahl erzeugt
wird.
Primärmultiplexanschluss
Anschluss einer ISDN-Anlage, der eine höhere
Kapazität als ein S0-Anschluss
ermöglicht und daher für professionelle Anwendungen
eher in Frage kommt. Über einen
Primärmultiplexanschluss lassen sich bis zu 30
Gespräche gleichzeitig abwickeln.
Prompt
Im engeren Sinne: Eingabeaufforderung der Sprachanwendung,
bei der oft auch ein Überblick über die Optionen und
Befehle gegeben wird; im weiteren Sinne: jegliche
Äußerung der Sprachanwendung, beispielsweise durch
ein eingespieltes Audiofile oder eine TTS-Engine
(Text-to-Speech-Synthese) realisiert.
Prosodie
Alle Elemente der gesprochene Sprache, die über den
reinen Text hinausgehen (beispielsweise Betonung, Lautstärke,
Modulation, Rhythmus - Sprachmelodie).
R
ROI (Return of Investment)
Rechnungsmodell, das abschätzt, ob sich eine
Investition lohnt. Der ROI wird über verschiedene Kennwerte
berechnet. Die beiden häufigsten sind: Payback Periode:
Zeitraum, in dem sich eine Investition durch die von ihr erreichten
Einsparungen bezahlt macht.
Net Present Value: Summe der Einsparungen unter
Berücksichtigung der Kapital-Kosten.
S
S0-Bus (S-Null-Bus)
Anschluss von Endgeräten an eine ISDN-Telefonanlage.
An einem S0-Bus können bis zu 8 Geräte angeschlossen
werden und bis zu zwei Gespräche gleichzeitig geführt
werden.
S2M
Schnittstelle des primären Multiplexanschluss.
SIP (Session Initiation Protocol)
Neben H.323 ein weiteres Protokoll aus der Familie der VoIP
Protokolle. Schlanker und einfacher als H.323 gilt SIP heute als
state-of-the-art.
Skalierbar
Einfach in der Leistungsfähigkeit
veränderbar. Skalierbar sind Systeme, die sich ohne
großen Aufwand an neue, höhere Anforderungen (z.B.
eine grössere Anzahl gleichzeitig bearbeiteter Telefonate)
anpassen lassen.
Slot
Wörtlich: Schlitz. Einzelinformation, die ein
Dialogsystem aus den Äußerungen
des Benutzers ermitteln muss. Bei einer Flugbuchung müssen
beispielsweise
mindestens folgende vier Slots gefüllt werden: Wie viele
Menschen (1. Slot) fliegen wann (2. Slot) von wo (3. Slot) nach wo (4.
Slot).
Sprachportal
Ein Sprachdialogsystem, das dem Nutzer erlaubt, via Telefon
auf eine Vielzahl von Diensten zuzugreifen. Analog zum Begriff
„Webportal“ impliziert Sprachportal“,
dass es sich dabei nicht um eine einzelne Anwendung, sondern um den
Zugang zu einem ganzen Bündel an Applikation handelt, welche
dynamisch zur Laufzeit erzeugt werden.
Sprecherunabhängig
Fähigkeit eines Spracherkenners, die Sprache von
beliebigen Sprechern ohne besondere Anpassungsmaßnahmen zu
erkennen. Diktat-Programme zum Beispiel sind sprecherabhängig;
sie müssen der Stimme des Nutzer angepasst werden, bis sie
eine zufrieden stellende Erkennungsleistung bieten. Bei Sprachportalen
besteht diese Anforderung nicht. Sie verstehen beliebige Sprecher und
sind somit sprecherunabhängig.
SSML
Speech Synthesis Markup Language.
Plattform-übergreifende XML-basierte Beschreibungssprache
für die Sprachsynthese, die unter anderem Betonung und
Prosodie eines zu synthethisierenden Text festlegt.
Star-Trek-Dialoge
(nach der US-Fernsehserie „Star Trek“,
dt: „Raumschiff Enterprise“): Dialoge zwischen
Mensch und Maschine, die ohne jede Einschränkung wie ein
zwischenmenschlicher Dialog funktionieren. Derzeit noch Science Fiction.
T
TCP/IP
(Transmission Control Protocol / Internet Protocol).
Datenübertragungs- Standard, auf dem das Internet basiert.
Telekommunikations-Anlage (TK)
Das Businesscenter übernimmt alle
Funktionen einer herkömmlichen Telefonanlage, wie z B.
Aufschalten, Makeln oder Rufumleitungen.
Tonwahlverfahren
(auch Mehrfrequenz-Wahlverfahren, MFV). Heute
gängiges Wahlverfahren bei Festnetztelefonen. Nachfolger des
mittlerweile selten gebräuchlichen Impulswahlverfahren. Dabei
wird jeder Ziffer ein Ton aus zwei Frequenzen zugeordnet. Über
diese Tastentöne können Informationen
übertragen
werden (DTMF Dialing).
TTS (Text-to-Speech)
Software, die geschriebenen Text in gesprochene Sprache
verwandelt und ausgibt.
Turing-Test
Ein vom britischen Mathematiker Alan Turing (1912 - 1954)
entwickelter Test, mit dem herausgefunden werden soll, ob eine Maschine
das Prädikat „intelligent“ verdient. Wenn
die Mehrheit einer menschlichen Jury nicht unterscheiden kann, ob sie
über ein Terminal mit einem Menschen oder mit einer Maschine
kommuniziert, hat die Maschine den Turing-Test bestanden und darf als
„intelligent“ gelten. Das ist bis heute nicht
vorgekommen.
U
UM (Unified Messaging)
Die Zusammenführung aller eingehenden
Informationskanäle auf einer Plattform. Eingehende
Telefongespräche, E-Mails, Faxnachrichten, Voicemails sowie
nicht angenommene Anrufe können dargestellt bzw. abgeufen
werden. Wichtige Gespräche können aufgezeichnet und
archiviert werden (Voice Logging).
V
Verfügbarkeit
Verfügbarkeit bezeichnet den prozentualen Anteil der
Zeit von einer Gesamtzeit, in der das System betriebsbereit ist. Um
höchstmögliche Verfügbarkeit zu erreichen,
empfiehlt es sich, Systeme redundant auszulegen, d.h. die Verwendung
mehrerer Server, die ein System bilden, jedoch voneinander
unabhängig arbeiten.
Verifizierung
(Voice Verification, Sprecher-Erkennung). Die eindeutige
Identifizierung einer Person anhand ihrer Stimme. Das Stimmprofil ist
ebenso individuell einmalig wie ein Fingerabdruck und kann deshalb PINs
und Passwörter ersetzen. Bei der Sprecher-Verifikation gibt
der Benutzer seine Identität vor. Das System
überprüft dann an Hand des Stimmprofils, ob die
angegebene Identität mit der für dieses Stimmprofil
hinterlegten Identität übereinstimmt. Bei der
Sprecher-Erkennung gibt der Anrufer seine Identität nicht vor
sondern wird durch Abgleich seines Stimmprofils mit im System
hinterlegten Profilen identifiziert.
VoiceXML (Voice Extensible Markup Language)
Eine speziell für Sprachanwendungen entwickelte
Version von XML, dem Standard für die inhaltliche Gliederung
von Daten. VoiceXML ist heute der
Standard für die Gestaltung von Sprachdialogen.
VoIP (Voice over Internet Protocol)
Bei VoIP wird Sprache in Datenpakete zerlegt und
über das Internet Protokoll weitergeleitet. Dadurch
können Sprache und Daten auf einem einzigen Netzwerk
transportiert werden. Unter dem Begriff VoIP werden verschiedene
Protokolle wie z.B. H.323 oder SIP zusammengefasst.
VUI (Voice User Interface)
In Anlehnung an GUI (Graphical User Interface) gebildeter
Begriff für die Benutzeroberfläche von
Sprachportalen.
X
X+V (XHTML+Voice)
Verbindung von XHTML- und VoiceXML-Elementen, mit der die
Einsatzbereiche Telefonie und Internet verschmolzen werden.
Z
Zentrale
Zentraler Arbeitsplatz innerhalb des
BusinessCenters, welcher alle Anrufe, die nicht direkt eine Nebenstelle
erreichen, entgegennimmt und entsprechend weiterleitet.